Daten & Fakten zur Dithmarscher Geest

Die geografische und geologische Detail-Übersicht unseres Binnenlandes.

Wer die Dithmarscher Geest verstehen will, muss einen Blick tief unter die Erdoberfläche werfen. Dieser Landschaftsraum ist das geografische Schwergewicht unserer Region und prägt das Binnenland auf einer Fläche von exakt 801 Quadratkilometern. Damit macht die Geest den weitaus größeren Teil des Kreises aus.Geformt wurde dieser Boden in den gewaltigen Gletscherepochen der Saale-Eiszeit vor rund 130.000 bis 400.000 Jahren. Die skandinavischen Eismassen schoben gigantische Mengen aus Sand, Kies und Geschiebelehm vor sich her, die nach dem Schmelzen als sogenannte Altmoräne zurückblieben. Das Ergebnis ist ein welliges, windgeschütztes Hügelland, das im östlichen Kreisgebiet Höhen von bis zu 80 Metern über Normalnull erreicht – die absoluten Spitzenwerte an der schleswig-holsteinischen Westküste.Der Name „Geest“ leitet sich vom altfriesischen Wort gêst ab, was übersetzt schlicht „trocken“ oder „unfruchtbar“ bedeutet. Der sandige Boden besitzt auf der deutschen Fruchtbarkeitsskala lediglich magere Ackerzahlen zwischen 26 und 35. Aus diesem Grund dominiert hier statt des Marsch-Gemüsebaus seit Jahrhunderten die Forst- und Milchwirtschaft auf saftigen Geestwiesen.

Das Rätsel der „Donnberge“
  • Was es ist: Mitten auf der Geest (unter anderem bei Burg, Hochdonn und Sankt Michaelisdonn) stößt man plötzlich auf bewaldete Sandrücken und echte Binnendünen – die sogenannten Donnberge.
  • Der Hintergrund: Als die Eiszeitgletscher schmolzen, lag der Meeresspiegel zunächst viel tiefer. Weststürme peitschten über die trockenen Flächen und bliesen gewaltige Sandmassen im Landesinneren zu Dünen auf. Heute stehen diese Gebiete unter Naturschutz (wie das Kliff Sankt Michaelisdonn) und markieren die urzeitliche Küstenlinie Dithmarschens, bevor die Marsch überhaupt existierte.
Der Riesewohld und die „Fünf-Finger-Eiche
  • Der Urwald: Der Riesewohld ist nicht nur groß, sondern in Teilen ein echter Urwald-Reste. Er wurde historisch als „Heiliger Hain“ und später als herzogliches Jagdrevier geschützt, weshalb sich dort jahrhundertealte Laubwaldbestände halten konnten.
  • Das Naturdenkmal: Berühmt ist der Wald für seine sagenumwobenen Bäume, allen voran die historische Fünf-Finger-Eiche (auch als Wundereiche bekannt), die mit ihrer bizarren Wuchsform seit Generationen Ausflügler und Wanderer anzieht.
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Das archäologische Herz: Albersdorf und die Megalithgräber
  • Die Dichte: Die Region um Albersdorf (im heutigen Steinzeitpark Dithmarschen) besitzt eine der bundesweit höchsten Dichten an erhaltenen Großsteingräbern (Dolmen) und Hünengräbern aus der Trichterbecherkultur.
  • Das Wissen: Diese Monumente zeigen, dass die Geest für die frühen Menschen kein karges Ödland war, sondern aufgrund ihres Holzreichtums, der vielen Quellen und der absoluten Sicherheit vor Sturmfluten der perfekte, geschützte Lebensraum.
Der Ochsenweg (Die historische Autobahn)
  • Die Trasse: Quer über den Geestrücken zog sich im Mittelalter der westliche Zweig des legendären Ochsenwegs (Heerweg).
  • Die Bedeutung: Da die Marsch zu morastig und von Prielen durchzogen war, wurden über Jahrhunderte hinweg Millionen von Rindern aus Jütland über den sandigen, trockenen Geestboden nach Süden (Richtung Hamburg und Wedel) getrieben. Entlang dieses Weges entstanden die ältesten Handelsplätze und Kirchspiele der Region.
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Gesamtfläche

801 km² (Größter Naturraum im Kreis)

Höchster Punkt

Bis zu 80 Meter über NN

Geologisches Alter

130.000 bis 400.000 Jahre

Entstehungszeit

Saale-Eiszeit (Altmoräne)

Bodenbeschaffenheit

Sand, Kies & Geschiebelehm

Ackerzahl (Qualität)

26 bis 35 (Karger, trockener Boden)

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