Wer die Dithmarscher Geest verstehen will, muss einen Blick tief unter die Erdoberfläche werfen. Dieser Landschaftsraum ist das geografische Schwergewicht unserer Region und prägt das Binnenland auf einer Fläche von exakt 801 Quadratkilometern. Damit macht die Geest den weitaus größeren Teil des Kreises aus.Geformt wurde dieser Boden in den gewaltigen Gletscherepochen der Saale-Eiszeit vor rund 130.000 bis 400.000 Jahren. Die skandinavischen Eismassen schoben gigantische Mengen aus Sand, Kies und Geschiebelehm vor sich her, die nach dem Schmelzen als sogenannte Altmoräne zurückblieben. Das Ergebnis ist ein welliges, windgeschütztes Hügelland, das im östlichen Kreisgebiet Höhen von bis zu 80 Metern über Normalnull erreicht – die absoluten Spitzenwerte an der schleswig-holsteinischen Westküste.Der Name „Geest“ leitet sich vom altfriesischen Wort gêst ab, was übersetzt schlicht „trocken“ oder „unfruchtbar“ bedeutet. Der sandige Boden besitzt auf der deutschen Fruchtbarkeitsskala lediglich magere Ackerzahlen zwischen 26 und 35. Aus diesem Grund dominiert hier statt des Marsch-Gemüsebaus seit Jahrhunderten die Forst- und Milchwirtschaft auf saftigen Geestwiesen.





